Einweihung Spielplatz Upaltenweg

Michael Otten, Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft Rotenburg, betont bei der Einweihung des neuen Spielplatzes am Upaltenweg die Notwendigkeit, auch günstigen Wohnraum attraktiv zu gestalten. © Krüger

28. Juni 2018, Rotenburger Kreiszeitung

Wohnungsbaugenossenschaft Rotenburg fordert mehr Sozialbauten

Rotenburg - Von Michael Krüger. Der erste Tag der Sommerferien ist ein Freudentag für alle Kinder. Für die, die am Rotenburger Upaltenweg wohnen, in diesem Jahr sogar noch etwas mehr: Sie haben am Donnerstag einen neuen Spielplatz spendiert bekommen. Finanziert hat ihn die Wohnungsbaugenossenschaft Rotenburg – eine Investition von mehr als 30.000 Euro, um die Nachbarschaft mit Mehrparteienhäusern freundlicher zu gestalten. Die Rendite für den Investor ist das Lachen der Kinder. Aber er mahnt: Die Kreisstadt braucht dringend mehr günstigen Wohnraum.

„Der Spielplatz ist ein Geschenk für euch“, sagt Michael Otten, Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft, bei der Einweihung der mit viel Holz naturnah und freundlich gestalteten Kletter- und Spielanlage, die vom Ottersberger Unternehmen „Kinderspielkunst“ gestaltet wurde. Es gibt Eis, Kaffee und Kuchen, ein kleines Sommerfest für die Nachbarschaft.

Rund 500 Wohnungen hat die Wohnungsbaugenossenschaft in der Kreisstadt in ihrem Besitz, sie ist der größte Vermieter Rotenburgs, und das zu bemerkenswert niedrigen Preisen: Ein Quadratmeter Wohnfläche kostet bei ihr rund fünf Euro Miete.

Jahrelang war das Areal am Upaltenweg nicht besonders ansehnlich, ein alter Spielplatz rostete vor sich hin, nun ist ein neuer Magnet für kleine und große Besucher entstanden. „Dabei sind die Kosten nur ein Bruchteil dessen, was wir in den vergangenen Jahren in energetische Sanierung und in die Barrierefreiheit der Häuser investiert haben“, betont Otten.

Otten fordert mehr Initiative, kennt aber auch die Hürden

Der Spielplatz ist vor allem auch ein Zeichen: Dass auch die Gegenden der Kreisstadt, in denen das Sozialgefüge schwieriger ist, nicht vergessen werden dürfen. Otten betont, dass mehr Anstrengungen unternommen werden müssten, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Doch auch mit den Zuschüssen des Staates sei der für Investoren kaum zu schaffen, besonders in der Niedrigzinsphase, in der die Auftragsbücher der Handwerksfirmen voll sind: „Die Baukosten rennen uns weg.“ Die Folge sei offensichtlich: „Wir haben nicht genug bezahlbaren Wohnraum. Es fehlt hinten und vorne.“

Tatsächlich wurden in den vergangenen drei Jahren mit dem Beginn der Erschließung des Neubaugebiets am Stockforthsweg in der Kreisstadt knapp 100 neue Sozialwohnungen gebaut. Dort können Menschen einziehen, die unter bestimmten Einkommensgrenzen liegen und einen Wohnberechtigungsschein haben. 32 dieser Wohnungen gibt es jetzt am Stockforthsweg, 46 an der Brockeler Straße, zehn weitere vor allem für Senioren wurden zuletzt an der Straße Hemphöfen geschaffen.

Das Neubaugebiet Brockeler Straße soll ausgebaut werden

Für die Erweiterung des Neubaugebiets an der Brockeler Straße wird aktuell eine entsprechende Ausschreibung von der Stadt vorbereitet. 30 bis 50 Sozialwohnungen könnten hinzukommen. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) ist es wichtig, dass es zu einer „Durchmischung“ der Neubaugebiete kommt.

Einfamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser sowie die größeren Blöcke mit Sozialwohnungen sollen nebeneinander entstehen, nicht getrennt voneinander – um eine soziale Ausgrenzung bestimmter Schichten zu verhindern. „Das hat Rotenburg in der Vergangenheit leider lange versäumt“, kritisiert Weber.

Die Miete in den zuletzt neu geschaffenen Sozialwohnungen liegt aktuell bei rund sechs Euro. Die Investoren sind daran für drei Jahre gebunden, in den jeweils folgenden drei Jahren darf die Miete maximal um jeweils 15 Prozent steigen.

Die Wohnungsbaugenossenschaft will ihren Teil dazu beitragen, dass das Angebot an günstigem Wohnraum in Rotenburg steigt. Im kommenden Jahr beginnen laut Otten die Arbeiten an einem Projekt am Postweg. Dort sollen 28 neue Wohnungen entstehen.

zurück zur Übersicht